Der Verlag

Postanschrift:

Verlag im Wald
Dönning 6
93485 Rimbach
Tel / Fax: 09977 708
e-mail:
info (at) verlagimwald.de

Der Verlag Im Wald ist 1991 entstanden.
Er veröffentlicht, mit der Ausnahme des Buches EINE OPER FÜR TEREZIN,
ausschließlich fremdsprachige Lyrik.
Bis Mai 2oo8 sind 99 Bücher erschienen:
7 Anthologiebände, 58 Titel aus Frankreich, 1o aus Belgien,
5 auf italienisch und 2 auf neugriechisch verfaßte Titel, je 4 eines
amerikanischen und eines luxemburgischen Autors, 3 Titel aus Israel,  je 1 eines
tschechischen, eines rumänischen und eines deutschen  Autors und
einer polnischen Autorin, und zwei Titel aus Kolumbien.
Der Verleger (und Übersetzer), Rüdiger Fischer (65), war bis 2oo4 Lehrer
für Fremdsprachen an einem Gymnasium im Bayerischen Wald.

Da er nur einen kleinen Teil seiner Übersetzungen veröffentlichen kann,
ist er immer an Möglichkeiten der Veröffentlichung in Zeitschriften
(deutschen Zeitschriften für französischsprachige Gedichte,
französischen Zeitschriften für deutsche Gedichte) und der Ko-Edition interessiert.

WEITERE TEXTE ÜBER DEN VERLAG
 als ganzen, nicht über einzelne Titel:
 

Theo Breuer: Nicht bloß dunkle Stimmen aus dem Wald

Ein Echo auf die mehrsprachigen Bücher des Rimbacher Kleinverlags
Éditions En Forêt / Verlag Im Wald
(in: Muschelhaufen 2oo1, Nr. 41, hg. Erik Martin, Viersen)

(...) Bereits die allererste Begegnung mit einem Gedichtbuch versetzt
mich in meine liebste Stimmung: die lyrische. Das neugierige Blättern
vorne, in der Mitte und hinten im Buch, das Betrachten des Umschlags,
die Freude über einen originalen Holzschnitt von Heinz Stein, den ich
in dem besonders gelungenen blauen Buch Le grillon bleu von Jacques
Canut entdecke, in dem ich mich sogleich festlese, das Gedicht

Mit dem Ideal auf der Schulter,
stolpere ich über die Wirklichkeit,
halte mich fest am Geländer
der Dichtung.

Mit kleinen Flügeln an den Achsen
der Wörter
gelangt man in ungeahnte Länder

sehr ansprechend finde und mich frage, ob Canut wohl damit
einverstanden ist, wenn der Übersetzer Rüdiger Fischer "personnalités"
mit "hohe Tiere" übersetzt..., die Überraschung, auf dreisprachige
Bücher zu stoßen und vieles andere mehr...
Ich sortiere die Bücher nach den drei Reihen WEGE UND STIMMEN,
PFADE sowie QUELLEN und stelle am Ende fest, für mehr als einen
Monat Lesestoff vor mir liegen zu haben - und zwar lauter Bücher,
deren Autoren mir bislang wenig bis nichts sagen (mit der Ausnahme
des hochgeschätzten Pierre Garnier, von dem ich bereits eine Reihe
von Titeln besitze). 
(...)
Das Buch, das vom Format her komplett aus dem Rahmen fällt - es mißt
8 x 11 cm - ist Daniel Leducs Le livre des nomades / Das Buch
der Nomaden, und so entscheidet sich von selbst, welches
der Bücher ich als erstes lese:

Wir säen
manchmal
Lächeln aus
und gemurmelte
Worte

Ohne
zu wissen
ob es je
eine Ernte geben wird

Sämtliche der etwa 1oo (zumeist acht- oder neunzeiligen) Gedichte
sind in dieser archaischen Tonart geschrieben. Auffallend: Alle
Gedichte beginnen mit dem Pronomen 'wir'. Le livre des nomades ist
ein Buch von 2oo Seiten, das ich zunächst wie ein Daumenkino
"durchrast" habe - erst beim zweiten und bedächtigen Lesen habe ich
mehr als einen Blick auf die französischen Originale geworfen.
Davon abgesehen, daß mich die Übertragungen für sich
einnehmen, mir wie deutsche Gedichte anmuten, liegen Probleme
des Übersetzens gleich bei oben zitiertem Gedicht auf der Hand.
Bitte vergleichen Sie selbst:

Nous semons
parfois
des sourires
et
des murmures

ignorant
si la récolte
ne se fera
jamais

Vor allen Dingen der letzte Vers eines Gedichts ist ja stets
von größter Bedeutung. Leduc hat hierhin - für sich allein -
das ausdrucksstarke Wort jamais gesetzt: niemals! Und was
ist daraus in Rüdiger Fischers Version
geworden? Hat er etwa zu sorglos übersetzt?

Die Frage hat natürlich rein rhetorischen Charakter und
gibt die negative Antwort selbst. Auch bei der Lektüre des nunmehr
2o. Buches - Pierre-Bérenger Biscaye,  Näher am Herzen von Esprels
(1991) - aus der erwähnten Sendung verstärkt sich weiter der Eindruck,
daß hier ein Übersetzer und Verleger am Werk ist, der die Literatur liebt.
Der bukolische (und WUNDERBAR sinnliche!) Charakter dieser mich
an die Lyrik von Johannes Kühn und Norbert Scheuer erinnernden
Gedichte, in denen allerdings auch die Schatten nicht verschwiegen
werden, wird kongenial nachempfunden, und das ist das Entscheidende. (...)

(...)

Volker Frick: Verlag Im Wald.
Der Verleger Rüdiger Fischer im Gespräch

Interview (in: Neue Sirene,
Heft 14, hg. Bettina Hohoff, München 2oo1)

(...)
VF: Sie verlegen überwiegend Bücher zeitgenössischer
französischsprachiger  Poeten - bitte korrigieren Sie mich -,
die hierzulande nahezu unbekannt sind. Gibt es ein Publikum
für die Bücher Ihres Verlages, und könnten Sie es beschreiben?
RF: Ich zitiere mich zuerst einmal selber, aus dem Nachwort
zum ersten Band der Anthologie Das Fest des Lebens:
"ich wünsche mir ... daß der Leser, dem nur wenige übersetzte
Gedichtbücher zur Verfügung stehen, von der Vielfalt dessen,
was heute in Frankreich geschrieben wird, ebenso verblüfft ist,
wie ich es gewesen bin ... Mir ist das Wichtigste:
daß der Text von der Welt spricht, und daß die ganze Person
davon spricht. Nicht nur der Teil, der sich für die Handhabung
des Werkzeugs, der Sprache, interessiert, oder der für Gefühle
zuständige Teil, der lacht oder wütend ist, oder derjenige, der alle
Erfahrungen zu ordnen und zu deuten bemüht ist, sondern
der ganze Mensch, der auf das antwortet, was das Leben
ihm anbietet oder auferlegt. Womit wir bei dem Wort
'Verantwortung' wären." Und aus dem Nachwort zum dritten Band:
"Dies hat nicht ein Spezialist gemacht, ... sondern ein Leser,
der solche Lektüre brauchte und braucht." Also: das soll Lyrik
für Leser sein, nicht nur für Literaturstudenten und andere Experten,
sondern für Leute, die Familie und einen Beruf und Sorgen
und das weitere Drumherum kennen. Da schadet es nichts,
wenn schon ein erstes Lesen Ergebnisse zeitigt. (...)

(Ein anderer Auszug ist auf der Homepage der Zeitschrift
Neue Sirene
zu finden.)

 


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