Reihe Wege und Stimmen

In dieser Reihe erscheinen Texte, die vorher bereits in einer französischen Ausgabe
veröffentlicht worden sind.
In alphabetischer Reihenfolge:

Liliane Atlan: Glück doch wie nur es sagen
Umschlag und Illustrationen: Photos einer Skulptur
von Christa de Coppet
französisch-deutsch
112 Seiten, 21 x 13 cm, 1o €
"Liliane Atlan, known for the originality, breadth,
and scope of her plays (...) is also a poet whose unique
lyrical voice seizes our attention. We find the poignancy
and beauty of her vocalizations in this bilingual edition as
well, which is also memorable for its remarkable translation.(...)"
(Bettina L. Knapp, in: Dalhousie French Studies, no 44, 1998)
Gérard Bayo: Omphalos
Umschlag: Nicolas Damianakis
französisch-deutsch
7o Seiten, 21 x 13 cm, 8 €
"(...) Schlägt man dieses fragile Buch auf, liest man:
(Majdanek, Sommer 95). Der geographische Ort,
an welchem diese Gedichte ohne Titel geschrieben
wurden. Ruhig und zurückhaltend sprechen sie das
Unsagbare nicht aus, versuchen es auch gar nicht
erst, sondern oszillieren zwischen fast schon lyrischen
Naturbeschreibungen und Metaphern anderer Provenienz,
und doch
     Hoch oben
      der Rauch, höher noch die Schreie -
      tiefer als das Grab eine brennende Welt.
So brechen doch konkrete Bilder herein, denn an solch
einem Ort zur Feder zu greifen, bedeutet die eigene Seele
zu öffnen.
      Vielleicht suchst du nur
      für dich selber die Tür
      die keiner öffnen kann.
Und trotzdem die Worte, denn dadurch, daß man eine
Frage vergißt, ist sie noch nicht beantwortet.
      Mit einem Finger wiscehn wir den Staub
      der Kleider, die sie trugen, ab.
In einem fast zärtlichen Tonfall sprechen diese Gedichte -
mich haben sie zutiefst angesprochen,
      oder wie
      das Wort, das horcht
      und das man Schweigen nennt.

Volker Frick, in: www.homepages.at/oskar/buch/bv/gb005.htm
Pierre-Bérenger Biscaye: Näher am Herzen von Esprels
Mit 1o Illustrationen von Gerhard Schmidt
französisch-deutsch
124 Seiten, 2o x 12 cm, 8 €

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Wenige Worte, wenige Dinge
werden heute abend beim Feuer
genügen, die Zeit zu schätzen,
wie sie vorübergeht, den Tod
mit einer Geste zu zähmen,
langsam wie eine Melodie
früher beim Tanz auf dem Land...

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Drei Gedichtbände in einem über eine Kindheit in der Franche-Comté.
Pierre-Bérenger Biscaye: Glücksklee
Umschlag: Paul Klee
französisch-deutsch
114 Seiten, 21 x 13 cm, 12 €

Gedichte zu Bildern Paul Klees.
Maurice Carême : Dichter sein
Umschlag: Hermann Scheiff
französisch-deutsch
Gedichte und Lieder, ausgewählt und
übertragen von Leo Wintgens
Mit einem Vorwort von Liliane Wouters
175 Seiten, 21 x 13 cm, 1o €

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GÜTE

Du brauchst mehr als eine Frucht,
Um eine Schale zu füllen.
Viele Bäume verbreiten den Duft,
Die Frühlingssehnsucht zu stillen.
Doch ein einziger Mensch genügt,
Und ein wenig Güte glänzt,
Wie der Apfel, den man pflückt
Und den anderen schenkt.
François de Cornière: Lange nach dem Durst
Mit 3 Illustrationen von Annette Niepoth
französisch-deutsch
72 Seiten, 22 x 14 cm, 12 €
"Es ist eine längst bekannte Tatsache, daß Gedichte nicht geschrieben,
sondern gefunden werden, oder (wie ein norddeutscher Zeitgenosse
es formulierte) daß sie sich "ereignen". Cornière findet seine Texte
im ständig sich ereignenden Alltag, und er macht dort reiche Beute,
"wo ein Würfeln alles entscheidet", an jenem Ort, der uns alle
zu seinen Bürgern zählt. (...) Cornière tut das, was die erste Aufgabe
des Lyrikers ist: sich Zeit zu nehmen, richtiger: die Zeit sich nicht
nehmen zu lassen. Jene Zeit, die notwendig ist, um die Welt,
die nicht erst vor der eigenen Haustür beginnt, wirklich zu sehen
und das Detail als solches zu beschreiben. (...) "
(Hubert Schirneck, in: Lichtung, Nov./Dez. 1995)
"Cornières Themen sind alltägliche Kleinigkeiten,
ein Sonntagmorgen im Bett, ein geruhsamer Januarspaziergang,
Möbelreparaturen in der Garage, das Gewöhnliche und Unspektakuläre,
das zu oft Übersehene, scheinbar Unwichtige, das das Leben bestimmt.
Lange nach dem Durst ist ein Gedichtband, der es schafft,
das überhaupt Uninteressanteste und in der Literatur Vernachlässigte
(und gleichzeitig das an sich Eigentliche) zum Thema zu erheben:
"Menschenmengen vor den Schaltern / Fritten Hot Dogs
 und Fähnchenverkäufer / unsere Schritte tun sich ganz von allein".
Ohne sich in Langeweile zu verlaufen und im Allgemeinen
zu theoretisieren. (...)"
(Martin Droschke, in: Zeitriß, 2/95)
Hélène Dorion: Zeitfenster
Umschlag: Helga Rackl
französisch-deutsch
7o Seiten, 18 x 11 cm, 6 €

Diese Gedichte sind Auszüge aus einem Reisenotizbuch,
das während eines Aufenthaltes in Deutschland und Österreich
im März 2ooo entstand. Es fanden Lesungen in Leipzig, Berlin,
Dresden, München und Salzburg statt. 
Rose-Marie François: An uns vorbei
Umschlag: Léon Wuidar
französisch-deutsch
247 Seiten, 21 x 13 cm, 12 €

LAUE NACHT

Ich schlafe nicht:
mir ist kalt
ich höre die Dielen knarren
und der Hügel durchdringt mich.
Pierre Garnier: Gedichte

Eine Auswahl, 195o-199o.
französisch-deutsch
288 Seiten, 21 x 14 cm, 18 €

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Diese Königreiche
dringen weiterhin
durch ihre Millionen von Toten hindurch.

Mehrere Jahrhunderte später findet man sie
an derselben Stelle in den Erdkundebüchern.

Aber das kümmert die Bäume wenig
sie wachsen weiterhin
durch diese Königreiche
und ihre Millionen von Toten hindurch.
.
Philippe Jones: Der Vogel schreibt sich an den Himmel
Umschlag: Gabriel Belgeonne
Vorwort: Jacques De Decker
französisch-deutsch
2oo Seiten, 21 x 13 cm, 15 €

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DER WAHRGENOMMENE HÜGEL

der Einsturz des Kartenhauses
das Spiel die Schlägerei oder das Erdbeben
diese Welt ist nur eine Welt
wo alles sich rührt wo nichts sich bewegt
nie wird etwas sein
ohne eine Perle oder einen Blick
auf die Unendlichkeit des Ortes

          mag der Baum, den man ausputzt, auch scharlachrote Stümpfe, seinen
Saft und seinen Blütenstaub in den Himmel recken, all diese Wörter, diese
Kommas, Unausgesprochenes, das man in sich selber abtötet, werden die
Zeit verstopfen

die absolute Nacktheit hat als Erbteil nur eine Falle
der schmucklose Satz
das dichte Wort die reine Linie
doch wohin kommt der Balg
der liegenblieb in seinem Beet
dieser Schuppen für Schemen
wiegt eine Larve und ihre Trauer
zu unendlich grau
           man übersetzt einen Weg mit dem Rhythmus der Kilometersteine,
den Banketten des Zufalls, den Schlammlöchern des Vergessens, das Lied
wird schwächer, wo die Spur beginnt, vom Zaun zur Zäsur kinkt jeder Gang

die Tür ist diese Frau und geht zu unseren Schatten hinaus
dem Nichts stell ich die Eins
dem Wind schrei ich die Zahl entgegen
und das Nichts ist da
der Wassertropfen, diese nichtige Leere
und Ruhepause des Frühlings
bist du bei mir, begegnen wir uns
unterm Schmelzen der Lippen
.
Stéphane Mallarmé: Gedichte in Prosa
französich-deutsch
Übersetzung: Werner Wanitschek
gebunden, 85 Seiten, 21 x 14,8 cm, 12 €
"(...) Auch Théodore de Banville, Eugène Lefébure und Henri
Cazalis bewunderten diese in Anlehnung an Aloysius Bertrand
und Baudelaire zwischen 1864 und 1887 entstandenen
Prosagedichte des Mitbegründers der poetischen Moderne.
Ihre Modernität kommt in Werner Wanitscheks Übertragung,
die den zuweilen schwierigen Ausgangstext präzise erfasst
und wiedergibt, gut zum Ausdruck (...)"
(P. Sc., in: Neue Zürcher Zeitung, 8./9. Nov. 1997)
Armand Monjo: Halteverbot
Umschlag: Zeichung eines Grundschülers aus Clermont-Ferrand
Illustrationen von Suzanne Fessy, Arthur Rennert, Trabuc
französisch-italienisch-deutsch
Übersetzung ins Italienische von Gina Labriola
1o8 Seiten, 21,6 x 13,8 cm, 12 €

Eine Auswahl von Gedichten aus Bänden, die
zwischen 1942 und 1995 veröffentlicht wurden.

GEPÄCK

Für jede Reise
als einziges Gepäck
die Phantasie und die Liebe
Yves Namur: Worte des Nichts
Umschlag: Jacques Lacomblez
französisch-deutsch
75 Seiten, 18 x 11 cm, 1o €

Jetzt

Sprich
Vom Wort,


Vom Gesang,
Der ihm vorausgeht,

Und vom Gesang,
Der jedesmal bleibt,
Noch lange nach dem Wort.
Armand Olivennes: Adam und Adam zusammen verbannt
Umschlag und 3 Illustrationen von Günther Roeder
französisch-deutsch
145 Seiten, 2o x 13 cm, 12 €
"Armand Olivennes (...) wurde 1931 in Berlin geboren. Als er
sechs Jahre alt war, verließ die von den Nazis verfolgte Familie
Deutschland. (...) Seit einigen Jahren lebt er in Marseille.
In seinen Gedichten beschwört er das Erinnern an leidvolle
Erfahrungen, an Unrecht und Einsamkeit. Einmal gemachte Fehler
werden wiederholt, wenn nicht zumindest der Versuch
unternommen wird, sie mit Sprache aufzufangen und
schließlich vielleicht doch noch zu bannen.
In Olivennes Lyrik findet der Leser diese Hoffnung auf Hoffnung,
ohne daß irgendeine Schönfärberei mit im Spiel wäre.
Sein langes Gedicht Die Gladiatoren mit verbundenen Augen
benutzt zwar als lyrisches Topos den bedeutungsgeladenen
Begriff Verdun, aber man ahnt, daß dieser geschichtliche
Augenblick stellvertretend für ein immer wiederkehrendes
Sterben steht. (...) Ähnliche Töne klingen in dem Gedicht
Für eine Kusine, die in ein Lager verschleppt wurde
an. Olivennes nennt sie "die schwarze Magdalena",
die von ihrem Leben spricht, "das ein Sterben war,
kürzeres Los und / Sonne auf ein kurzes Leben".(..)"
(Siggi Liersch, in: Griffel, Heft 6, Januar 1998)
"(...) Es sind tatsächlich Geschichten, in die der Leser
hineintaucht, die Bilder breiten sich aus wie Teppiche,
auf denen man liegt, um Feinheiten im Muster genauer
erkennen zu können, und Olivennes bietet unendlich
viele Entdeckungen. (...)"
(Jürgen Völkert-Marten, in: Info, Heft 2, Frühjahr 1996)
Casimir Prat: Sie bewohnen den Abend
Umschlag und sechs Kalligraphien von Henri Renoux
französisch-okzitanisch-deutsch
Übersetzung ins Okzitanische der Gascogne:
Nicolau Rei Bèthvéder
11o Seiten, 21 x 13 cm, 1o €
gemeinsam herausgegeben von A Chemise Ouverte,
Toulouse, und dem Verlag Im Wald
Gaston Puel : Zwischen zwei Sternen dieser Gesang
Umschlag: Bruno Foglia
französisch-okzitanisch-italienisch-spanisch-englisch-deutsch
Übersetzung ins Okzitanische: Robèrt Marti
Übersetzung ins Italienische: Jean Nimis
Übersetzung ins Spanische: Fernand Verhesen
Übersetzung ins Englische: David McCutchion
93 Seiten, 21,7 x 14,6 cm, 1o €
Jean Rousselot: Zusammen
Umschlag: Alexander Costa
französisch-deutsch
1o2 Seiten, 21 x 13,5 cm, 1o €
"(...) In Rousselots Versen schimmert eine Melancholie des Daseins,
in dem zuguterletzt das Dableiben als das Schwierigste angesehen wird. "
(...) Die entfärbten Boote fahren wieder zu den Inseln /
Mit einem verschämten Vorrat an Hoffnung."
Hoffnung auf Genauigkeit und Einzigartigkeit, auf das,
was der Spracharbeiter im Dialog selbst mit den unscheinbarsten
Dingen zutage fördert. Am Ende des Bandes stehen ein paar Sätze,
die Rousselots Theorie der Dichtung sein könnten:
"Ich gebe die Hoffnung nicht auf, von einem Baum oder Stein,
dem ich zärtliche Worte sage, eine Antwort zu erhalten." Und:
"Das Gedicht ist eine Partitur, deren Noten Wörter sind,
die zu Dingen werden möchten." (...)"
(Siggi Liersch, in: Griffel, Heft 6, Januar 1998)
Fabio Scotto: Federn
Umschlag: Francesco Vaccarone
italienisch-französisch-deutsch
Übersetzung ins Französische durch den Autor
1o1 Seiten, 21 x 13 cm, 12 €

HEAVY AS A FEATHER

Diese knappen Antworten aus dem Mundwinkel
spitz wie Dornen in der Ferse
sind namenlose alte Lieder
die aus dem Brustbein kommen
nicht aus dem Herz
Du wirfst sie, harte Steine, auf den Spiegel
wie Glas entzweit das Gesicht
Ich geh dir voraus, auch wenn ich hinter dir bin
trostloses Laster törichtes Menuett
Aber wit ist noch der Weg nach Samarkand
die Schritte länger als die Beine
Besser, wir lassen den Fluß zu Ende strömen
ausgestreckt auf seinem Bett
Nichts als Federn
Jean-Pierre Spilmont: Licht der Hände
Illustriert mit Höhlenzeichnungen aus dem Val Camonica
französisch-deutsch
45 Seiten, 17 x 12 cm, 3 €
Roland Tixier: Von Tag zu Tag
Mit 13 Illustrationen von Viko Bauer
französisch-deutsch
64 Seiten, 27 x 24 cm, 12 €

drei graue Tauben
auf dem Bürgersteig

im Nebel
die Schlagzeilen
die Zeichen des Abends
Liliane Wouters: Tagebuch des Schreibers
Umschlag: Bettina Haller
französisch-deutsch
115 Seiten, 22 x 13 cm, 1o €
"(...) ein faszinierendes, aber auch widersprüchliches
Buch, das die Dichterin auf der Suche nach sich selbst
zeigt, eine Reise durch die Jahrhunderte, der Versuch,
die großen Weltreligionen und Philosophisches zu
verknüpfen, um das eigene Ich zu finden. (...)
Liliane Wouters' Suche nach dem eigenen Ich kommt
nicht zu Ende, findet keinen Abschluß. Sie bleibt sich
auf der Spur:
"Beim Hauch des Anbeginns war ich schon da. /
Ich werde ohne Ende sein. / Ich, das heißt:
das Gesetz / das mich beseelt und / wenn es
mich verläßt / seine Reise fortsetzen wird."
Sie, die sich nirgends geborgen weiß, schreibt:
"Mein Meister wiegt die Wörter ab. /
Er sagt zu mir: nichts geht über ein weißes Blatt. /
Papyrus wird von der Tinte beschmutzt. //
Meister, so ist es. / Ich weiß, zu Staub zerfallen
meine Rollen / meine Schriften verblassen. //
Und doch ist es meine Pflicht, die Dinge zu benennen /
ob sie nun tausend Jahre währen oder einen Tag. //
Ich benenne, also bin ich."
Ein Ansatz, der hoffen läßt: "Wache, es tagt."
(Michael Starcke, in: Impressum, Heft 6, April-Juni 1997)
 
 

 


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